Albträume, starke Ängste, Wutausbrüche, Rückzug, Dissoziation, Kontrollverhalten, Lügen, Stehlen oder scheinbar grundlose Überreaktionen sind häufig keine „Verhaltensprobleme“, sondern nachvollziehbare Folgen belastender oder traumatischer Erfahrungen.
Das kindliche Gehirn reagiert auf existenzielle Bedrohungen mit hochwirksamen Überlebensstrategien. Diese können Denken, Fühlen, Verhalten und Beziehungsgestaltung noch lange nach dem eigentlichen Ereignis beeinflussen.
Traumasensible Begleitung beginnt deshalb nicht bei der Frage „Wie kann ich das Verhalten verändern?“, sondern bei der Frage: „Welchen guten Grund hat dieses Verhalten?“
Ein zentraler Baustein ist die Psychoedukation: Wenn Kinder und Jugendliche verstehen, warum Gehirn, Körper und Gefühle in Belastungssituationen so reagieren, entstehen Orientierung, Selbstverständnis, Selbstwirksamkeit und neue Möglichkeiten zur Regulation.
Das Seminar verbindet Erkenntnisse aus Psychotraumatologie, Neurobiologie, Bindungsforschung und Entwicklungspsychologie mit praxisnahen und kreativen Methoden für den pädagogischen Alltag. Kind- und jugendgerechte Erklärungsmodelle, Materialien und alltagsnahe Interventionen zeigen, wie Sicherheit, Co-Regulation und ressourcenorientierte Begleitung gefördert werden können.
Im Mittelpunkt stehen keine therapeutischen Interventionen, sondern eine professionelle, bindungs- und traumasensible Beziehungsgestaltung sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für den pädagogischen Alltag.
Referent:
Marcus Kettl, MSc.
Termin: 03.06.2027
Ort:
„Haus der Frau“, Volksgartenstraße 18, 4020 Linz
Preis:
220,- EUR
Preis inkl. Seminarunterlagen und für kleine süße Pausenmomente zwischendurch ist gesorgt.
Ermäßigte Gebühr auf Anfrage!
Einheiten:
8 UE, 1 Tage
Zielgruppe:
Fachkräfte aus pädagogischen, psychosozialen, sozialpädagogischen, beratenden, schulischen, medizinischen und therapeutischen Arbeitsfeldern sowie Mitarbeiter:innen der Kinder- und Jugendhilfe, Eltern, Pflege- und Krisenpflegeeltern und alle am Thema Interessierten.
„Manches Verhalten wird erst verständlich, wenn wir beginnen, die Geschichte dahinter zu sehen.“
Autor:in unbekannt
Inhalt
Im Seminar werden wichtige Zusammenhänge zwischen traumatischen Erfahrungen, Erleben, Verhalten, Regulation und Beziehung verständlich und praxisnah vermittelt. Neurobiologische, entwicklungspsychologische und bindungsbezogene Grundlagen helfen dabei, traumabedingte Reaktionen besser einzuordnen und Verhaltensweisen wie Angst, Wut, Rückzug, Dissoziation, Kontrollverhalten, Überanpassung oder Aggression als mögliche Bewältigungs- und Überlebensstrategien zu verstehen.
Darauf aufbauend geht es um Psychoedukation, Selbst- und Co-Regulation sowie um konkrete Möglichkeiten der körperlichen Stressregulation. Auch die Bedeutung von Mimik, Gestik, Prosodie, Resonanz und Spiegelprozessen für Beziehung und Regulation wird aufgegriffen.
Im Mittelpunkt steht eine traumasensible Beziehungsgestaltung, die Orientierung, Sicherheit und Selbstwirksamkeit stärkt. Praxisnahe Fallarbeit und der Transfer in den eigenen beruflichen Alltag runden das Seminar ab.
Methoden
- Vortrag
- Videodemonstration
- Fallbeispiele
- Gruppenübungen
- Rollenspiele
- Diskussion
Weitere Termine für 2027 werden demnächst bekannt gegeben. Bei Fragen treten Sie bitte in Kontakt mit mir!













